aus der Vereinsgeschichte

image_pdfimage_print
Schützenverein Egeln (1832 – 1945)
Grund für die Gründung des Schützenvereins war der Egelner Wald.
Er sollte Anfang des 19. Jahrhunderts abgeholzt werden und der
Boden in Ackerland umgewandelt werden.
Dies löste in Egeln heftigen Widerstand aus .
Oberprediger Herbst vertrat die Interessen der Stadt Egeln
persönlich beim damaligen König Friedrich Wilhelm III. Dieser hat
die Abholzung dann untersagt.
Zur Erinnerung an das Verbot der Abholzung des Waldes wurde
jährlich das sogenannte Holzfest gefeiert.
Unter der Leitung des Gerichtsaktuars Stegmann und durch Beitritt
Egelner Bürger wurde 1832 der Schützenverein Egeln gegründet.
Der Schützenverein zählte 70 Mitglieder. Ziel des Verein war es, seine Mitglieder auf militär- sportlichem Gebiet
auszubilden.
Das infolge Kabinettsorder durch Friedrich Wilhelm III., König von Preußen, erhaltene Waldgebiet und das bisher
jährlich gefeierte Holzfest ging nach der Gründung des Schützenvereins in das “Freischießen”, wie das
Schützenfest genannt wurde, auf.
Der Verein erhielt Korporationsrechte und einen eigenen Schießstand.
Inmitten hoher Laubbäume wird 1834 am Waldrand das Schützenhaus erbaut.
Die Stiftung eines silbernen Ehrenschildes, durch den Goldschmied Heeren, im Jahr 1839, wurde der Grundstein
zur Königsdekoration gelegt, welche immer wieder erweitert wurde.
Das 25 jährige Bestehen wurde 1857 mit einem großen Volksfest begangen.
Aus Anlass des 50 jährigen Bestehens wurde in Egeln, im Jahr 1882, das Provinzial-Bundesschießen durchgeführt.
Die Stadt Egeln hat nie wieder so viele Schützen und Gäste gesehen, wie zu diesem Jubiläumsfest.
Mit einem großen Waldfest feierte 1907 der Schützenverein sein 75 jähriges Bestehen, zum Gedenken an die
Erhaltung des Waldes vor 100 Jahren.
Der 1.Weltkrieg riss große Lücken in die Reihen der Schützen.
Bis zum Jahre 1920 fiel das traditionelle Freischießen aus.
Nach Weltkrieg und Inflation entwickelte sich der Schützenverein, bis zum 100 jährigen Bestehen, wieder zu
einem großen aktiven Verein.
Große Verdienste erwarb, bei der Neuformierung des Vereins, bis hin zur Durchführung
der Jubiläumsfeier 1932,der damalige Schützenoberst Paul Grube.
Der Verein wurde im Jahr 1946 durch die russischen Besatzer aufgelöst.
Das Vereinsvermögen wurde eingezogen, Unterlagen, Dokumente vernichtet.
Die Vereinsfahne,Ausrüstungsgegenstände, Urkunden und dergleichen sind seit dieser Zeit verschollen.
Die Liste der Schützenkönige bis 1945

1832 Hesse, 1882 Bärwald, 1883 Kunze, 1884 W.Lücke, 1885 W.Schröder, 1886 K.Knobert, 1887 W.Rohl, 1888 Schlesinger
1889 Seeländer, 1890 Steinwirker, 1891 Tribut, 1892 J.Baabe, 1893 Joh. Reichert, 1894 F.Baader, 1895 F.Hentschel, 1896 Krellwitz, 1897 G.Herz, 1898 L.Germer 1899 W.Lücke, 1900 R Rose, 1901 Th.Eir, 1902 L.Günther, 1903 U.Franke, 1904 Brennecke, 1905 W.Kasten, 1906 Fr.Fricke ,1907 D.Bärwald, 1908 F.Bader 1999E. Jenssen, 1910 F. Fricke, 1911 Schneider, 1912 H.Lemgau, 1913 R.Urwe, 1914 U.Deppe, 1920 K.Klöhn, 1921 U.Pommer, 1922 R.Urwe, 1923 P.Riechert
1924 G.Schöder, 1925 M.Krause, 1926 H.Lemgau, 1927 Fr.Fricke, 1928 D.Gaßmann, 1929 G.Schöder, 1930 U.Deppe, 1931 G.Meier

Liste der Altvorstände bis 1945

Gerichts Aktuar Stegmann 1832-1858 ,Schönfärber Honemann 1858-1864 ,Ökonom Knobbe 1864-1867, Hauptmann Eggert 1868
Schönfärber Honemann 1867-1870, Maurermeister Bauermeister1877-1893, Lagereibetrieb Schröder 1893-1895, Kaufmann W.Beck 1895-1907
Justizrat Schneider 1907-1920, Hotelier E. von Müller 1920-1922, Uhrmachermeister P.Grube ab 1922, Otto Wesemann zuletzt bis 1945
Schriftführer über 40 Jahre! Juwelier U.Wehe